Willkommen in der Doege-Mühle
Die Habermannmühle, heute Doege-Mühle, stellt eine Besonderheit in der Mühlenlandschaft Langenchursdorfs und des Chursbachtales dar. Es handelte sich hierbei nämlich ursprünglich um ein Hammerwerk, speziell einen Zain- oder Zahnhammer, in dem Eisenprofile, Stabeisen, Bandeisen und Rundeisen für die Dorfschmiede hergestellt wurden. Noch heute findet man auf dem Grundstück unzählige Schlacken und andere Schmelzrückstände, die auf die Vergangenheit hindeuten. Das Hammerwerk zeugt vom alten Eisenbergbau, der in unserer Gegend stattgefunden hat. An der Grenze zu Callenberg wurde in früheren Jahrhunderten Raseneisen abgebaut, das heißt, die Erzvorkommen befanden sich direkt unter der Erdoberfläche und konnten im Tagebau gewonnen werden.
Vor 1564 war Donat Martin der erster bekannter Besitzer des Hammergutes (heute Bauerngut nebenan). Ein Nachkomme dieses ersten Hammermüllers, Peter Martin, errichtete 1615 in Herrnsdorf bei Wolkenburg ein weiteres Hammerwerk.
1664 verkaufte Georg Martin das alte Hammergut, behielt aber das Hammerwerk selbst und errichtete gleich daneben neue Gebäude, das neue Hammergut. Die Familie Martin blieb bis 1685 Besitzer des Hammerwerkes. Am 26. Juli 1691 kaufte Christian Weinhold aus Thalheim das Hammerwerk, der ab 1693 gleichzeitig auch als Richter des zum Callenberger Rittergut gehörigen Ortsteil fungierte. Die Familie Weinhold besaß das Hammerwerk 161 Jahre lang, nämlich bis 1852.
Im Jahre 1795 wurde der Hammerschmied Johann Carl Weinhold mit den Eisenarbeiten zur ersten sächsischen Wollspinnerei in Wolkenburg beauftragt. Dessen Sohn Carl Gottlob Weinhold richtete neben dem Hammerwerk mit 2 Hämmern noch eine Mahl- und Ölmühle ein. Nach Weinholds Tod veräußerte dessen Witwe Susanne das Anwesen 1852 an ihren Schwiegersohn, der Hammerwerk und Mahlmühle 1864 an Johann Friedrich Müller verkaufte. Der meldete 1867 Konkurs an. Aus diesem Verfahren erwarben die Strumpffabrikanten E. H. G. Hartig aus Langenchursdorf und C. F. F. Aurich aus Bräunsdorf das Grundstück. Hartig zahlte die Erben seines Compagnons 1869 aus und wurde damit alleiniger Eigentümer. Obwohl in der Textilbranche tätig, scheint Hartig das Hammerwerk und die Mühle weiter betrieben zu haben, denn noch 1879 wird er als Hammerwerksbesitzer bezeichnet. Zwischen 1880 und 1890 scheint Hartig das Hammerwerk endgültig stillgelegt zu haben, denn sein Sohn und Besitznachfolger verlegte bereits 1891 die Mahlmühle in das Hammerwerksgebäude. Nach weiteren Besitzerwechseln erwarb schließlich im Jahre 1900 Ernst Julius Habermann die Mühle. Mit ihm kehrte wieder eine gewisse Kontinuität in den Mühlenbetrieb ein. Er vollendete auch den Wiederaufbau des so genannten „Kellerhauses", welches 1898 abgebrannt war. Es handelt sich dabei um das kleine Wohngebäude westlich des Mühlhofes, welches erst viel später vom Mühlengrundstück abgetrennt wurde.
1929 ereignete sich nahe der Mühle ein tragischer Unfall: Der Lehrer Albert Wetzel 'stürzte in den Mühlgraben und ertrank dabei. Ernst Habermann ersetzte 1932 das alte Wasserrad durch eine moderne Francisturbine. Auf dessen Sohn Paul Habermann, der viele Jahre als Feuerwehrhauptmann der FFW Langenchursdorf tätig war, folgte mit Charlotte Habermann die letzte Besitzerin aus dieser weit verzweigten Müllerfamilie. Sie hielt, ohne Meister zu sein, den Mühlenbetrieb während der DDR-Zeit und nach der Wende noch bis 1994 aufrecht.
Im Jahre 1996 kauften Karsten und Maria Doege die Mühle und arbeiten seither mit viel Mühe und Engagement an der Herrichtung und Bewahrung der Mühle als lebendiges technisches Denkmal. Die Mühleneinrichtung ist wieder voll funktionsfähig und wird künftig von dem 2006 originalgetreu nachgebauten Wasserrad angetrieben werden,
KONZEPT UND DESIGN
| LOGO Anna Maria Naumann Langenchursdorf | IMPRESSUM Mühle Langenchursdorf, Karsten Doege Waldenburger Straße 46, 09337 Callenberg |